Warum ich gerne mit dem Slow Cooker koche

Wenn ich in meinem Bekanntenkreis von Koch und Bratzeiten dank Slow Cooker von mehr als 5 Stunden spreche, schütteln viele verstört den Kopf. Doch wer jemals einen langsam bei niedrigerer Temperatur geschmorrten Braten gegessen hat, der träumt auch noch nach Wochen von diesem zarten und saftigen Fleisch. Doch nicht nur die Zartheit des Fleisches spricht für das Kochen mit dem Slow Cooker sondern es gibt noch zahlreiche weitere Argumente für den Einsatz des Slow Cooker.

Was Slow Cooking bedeutet

Beim Slow Cooking, was so viel wie „langsames Kochen“ oder auch „langsames Garen“ heißt, geht es vor allem darum, Fleisch, Gemüse oder andere Lebensmittel möglichst langsam und bei geringer Temperatur zu kochen. Kochen meint hier eine Temperaturspanne von 60-120 Grad.  Dieses langsame Erhitzen bei geringer Temperatur bedingt natürlich, dass Fleisch und Gemüse sehr lange garen müssen um fertig zu sein.

Die pauschale Umrechnungsformel zwischen „normalen Kochen“ und „Slow Cooking“ lautet dabei 1:4 bzw. 1:8: Würde das Lebensmittel normal 1 Stunde gekocht werden, benötigt es im Slow Cooker bei Stufe high ca. 4 Stunden und bei Stufe low ca. 8h. Das ist aber nur eine Pauschalformel, je nach Lebensmittel können sich die Garzeiten varieren.

Da alles heutzutage sehr hektisch und schnell gehen muss, könnt ihr das das Slow Cooking schon fast als eine Gegenbewegung sehen. Dank der langen Kochzeiten könnt ihr euch währenddessen auf andere, wichtige Dinge konzentrieren. Die Gerichte kochen vor sich hin und nachmittags oder abends müsst ihr sie nur noch servieren.

Die Methode des Slow Cookings kommt ursprünglich aus den USA und ist dort schon gang und gäbe. Allerdings erfreut sich die Methode auch in Deutschland stetig wachsender Beliebtheit.

Wie Slow Cooking funktioniert

Wenn ihr euch nun ebenfalls in das Abenteuer Slow Cooking stürzen möchtet, solltet ihr natürlich wissen, wie das Slow Cooking überhaupt funktioniert.

Für das Slow Cooking benötigt ihr einen passenden Behälter mit Deckel und eine Heizquelle, welche euch permanent die Temperatur hält.

Am einfachsten geht das Slow Cooker Kochen natürlich mit einem passenden Elektrogerät mit dem Namen Slow Cooker. Die Geräte heißen auch Schongarer oder Crockpot. Crockpot ist der Name eines Herstellers. Crockpot ist dabei nicht zu verwechseln mit dem Instantpot.

Der Slow Cooker wurde extra für die spezielle und vor allem langsame Art des Kochens entwickelt. Wie bereits weiter oben erwähnt, werden sämtliche Speisen bei niedrigen Temperaturen gekocht, bzw. gegart.

Ein Slow Cooker, der aus einem Topf und einem Heizelement besteht, wird mit dem gewünschten Essen, wie zum Beispiel einem Braten bestückt. Nachdem ihr nun den Slow Cooker auf die gewünschte Temperatur eingestellt habt, übernimmt dieser alles Weitere und gart das Fleisch oder das Gemüse. Durch die lange Garzeit wird vor allem das Fleisch wunderbar zart und saftig.

Wenn ihr jetzt denkt, dass das Slow Cooking Kochen nur mit dem entsprechenden Elektrogerät funktioniert, der irrt.  Das Prinzip mit dem Slow Cooking funktioniert auch wunderbar mit eurem Backofen.

Wenn ihr draußen Slow Cooking betreiben wollt, nehmt doch einfach euren Gasgrill oder Holzgrill mit Deckel. Auch hier könnt ihr wunderbar die Temperatur über eine längere Zeit konstant halten. Vor allem beim Gasgrill funktioniert das richtig gut.

Beim Holzkohlegrill solltet ihr auf gute Holzbriketts achten, welche euch lange die Temperatur halten. Mit den Weber Holzkohlebriketts habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Mit normaler Holzkohle funktioniert es leider nicht wirklich gut.

Das Slow Cocking funktiniert auch wunderbar mit einem Dutch Oven. Beim Dutch Oven werden unten und oben ein paar heiße Briketts gelegt und fertig ist der Slow Cooker.

Also wie gesagt, Slow Cooker Kochen ist unabhängig von irgendwelchen Elektrogeräte. Notfalls funktioniert auch ein einfacher Topf mit Deckel.

3. Welche Vorteile Slow Cooking bietet

Bestimmt habt ihr euch schon unweigerlich gefragt, warum Slow Cooking überhaupt so „gefeiert“ wird. Wo liegen die Vorteile beim Slow Cooking? Der erste Vorteil beim Slow Cooker ist zunächst der, dass der Slow Cooker so gut wie keine Aufsicht von euch benötigt. Er gart still vor sich hin, ohne dass ihr Angst um eure Küche haben müsst. Insbesondere brennt eigentlich nichts an, sofern genügend Flüssigkeit vorhanden ist. Der Slow Cooker erreicht keine  hohe Temperaturen.

Stattdessen erledigt der Slow Cooker den Kochvorgang selbständig, auch an der Temperatur müsst ihr nichts verändern oder herunterregeln, (geht auch gar nicht).  Somit ist der Slow Cooker ideal, wenn ihr ihn beispielsweise morgens anstellt und nachmittags oder abends etwas zu Essen servieren möchtet.

Zudem hat Slow Cooking generell den Vorteil, dass ihr euch in Ruhe überlegen könnt, was ihr zubereiten möchtet. Bereits am Vorabend könnt ihr die erforderlichen Zutaten kleinschneiden und im Kühlschrank aufbewahren, ehe ihr sie in den Slow Cooker gebt.

Der Slow Cooker selbst verbraucht verhältnismäßig wenig Energie, sogar weniger als ein herkömmlicher Backofen. Dank des Slow Cookings schmecken gerade Fleisch und Gemüse besonders zart und aromatisch. Ihr werdet lernen, dass man sich ganz anders oder vielmehr eingehend mit den Zutaten beschäftigt, um das bestmögliche Geschmackserlebnis zu erzielen.

Je nach der Größe, in der ihr den Slow Cooker auswählt, könnt entweder sehr gut auf Vorrat oder für eure große Familie kochen. Dies kann unter Umständen sogar bares Geld sparen, da ihr weniger einkaufen müsst.

4. Welche Nachteile hat Slow Cooking?

Wie bei jeder Methode oder Sache hat das Slow Cooking durchaus seine Nachteile oder vielmehr Tücken, die ihr auch im Umgang mit dem Slow Cooker beachten sollten.

Der Faktor Zeit ist der größte Nachteil beim Slow Cooking. Denn Zeit kann  kann nämlich auch zum Problem werden: so könnt ihr nicht spontanen Besuch zum Essen empfangen, da der Slow Cooker seine Garzeit benötigt. Und werden reden hier nicht von Garzeiten von einer halben Stunde, sondern von Garzeiten von 5,6,7 oder auch mal 8 Stunden.

Möchtet ihr, dass das Essen mittags auf dem Tisch steht, müsst ihr früh aufstehen, um die Zutaten in den Slow Cooker zu geben und ihm seine benötigte Zeit zu lassen.

Ebenso solltet ihr euch, bevor ihr euch mit dem Slow Cooking im Slow Cooker hingebt, zunächst etwas in die Materie einlesen. Ihr könnt längst nicht alles in den Slow Cooker geben und sanft garen lassen: Nudeln, Reis oder Milchprodukte werden schnell matschig oder flocken sogar aus und schmecken nicht sehr gut im Slow Cocker. Die Beilagen (Reis, Nudeln) sollte man entsprechend separat zubereiten.

Somit könnt ihr als „komplett“ Gericht insbesondere Eintöpfe oder Suppen im Slow Cooker zubereiten. Zudem ist es bei einigen Gerichten sinnvoll das Fleisch im Vorfeld scharf anzubraten- dies gelingt im Slow Cooker nicht oder je nach Modell nicht wirklich so gut.

Zudem solltet ihr überlegen, für wie viele Personen ihr im Durchschnitt kochen möchtet. Den Slow Cooker erhaltet ihr in unterschiedlichen Größen und bereits der kleinste Topf umfasst eine Größe von 1,5 Litern. Wenn ihr dann lediglich nur mit zwei Personen im Haushalt lebt, lohnt sich eine Anschaffung nur, wenn ihr zum Beispiel sehr gerne auf Vorrat kocht und zudem genügend Zeit mitbringt.

Welche Slow Cooker Ausstattung benötigt man?

Für ein perfektes Slow Cooking Erlebnis benötigt ihr Ausstattung, insbesondere einen Topf, indem ihr alles langsam kochen könnt und das bei niedrigerer Temperatur.

Am Einfachsten geht das mit dem passenden elektrischen Schongarer („Slow Cooker“). Diesen erhalten ihr entweder im Handel oder bei zahlreichen Onlinehändlern. Hersteller sind z.B. Andrew Jamens, Crock-Pot, Russel Hobbs und vielen weiteren mehr.

Den Slow Cooker erhaltet ihr in verschiedenen Topf-Größen. Der kleinste Slow Cooker beginnt bei einem Fassungsvermögen von 1,5 Litern und reicht bis zu einer Größe von 6,5 Litern.

Somit ist es möglich, bei einer Feier mit vielen Personen oder in einem Mehrpersonen-Haushalt entsprechend zu kochen oder sogar auf Vorrat zu kochen. Die meisten Schongarer verfügen über einen Glasdeckel. Zudem könnt ihr bei den Slow Cooker Geräten zwischen verschiedenen Temperaturstufen wählen. Die heißeste Stufe („High/Medium“) reicht meist bis 90 Grad, die niedrigste („Low“) wird zwischen 60 und 70 Grad eingestellt. Die Temperatur hängt dabei immer stark vom Modell und von Hersteller ab,

Zudem verfügt der Slow Cooker meist über eine Warmhaltefunktion, so dass das Essen auch eine gewisse Zeit warmgehalten wird. Je nach Ausstattung könnt ihr den Schongarertopf auch auf dem Herd benutzen.

Neuere Slow Cooker Modelle, die sogenannten digitalen Slow Cooker verfügen sogar über eine Zeitschaltuhr, so dass ihr nicht selbstständig nach der Garzeit des Topfes, bzw. der Endzeit schauen müsst. Anzumerken ist, dass die digitalen Slow Cooker nach Ende der Garzeit nicht komplett abschalten, sondern in die Warmhalte-Funktion gehen und das Essen somit leicht weiter gart.

Tipp: Eine integrierte Zeitschaltuhr im digitalen Slow Cooker kann man leicht durch eine normale Steckdosenzeitschaltuhr ersetzen. Die digitalen Slow Cookers schalten nach Ende der Garzeit meist in die Warmhaltefunktion, so dass das Essen nachzieht. Das kann man mit der Steckdosenzeitschaltuhr vermeiden.

Zutaten für den Slow Cooker

Neben dem Schongarer benötigt ihr natürlich die passenden Zutaten, da sich längst nicht alles im Schongarer zubereiten lässt. So könnt ihr etwa Nudeln und Reis nur sehr schwer im SC garen. Backversuche wie Brotbacken oder gar Kuchen backen funktioniert grundsätzlich, ist aber eine hohe Kunst. Auch beim Fleisch sollten Sie sich zunächst genau informieren, da es einige Zeit und Übung erfordert, mit dem Schongarer zurecht zu kommen.

Pudding oder Breie sollte eher nicht mit dem Schongarer zubereitet werden. Das Ergebnis ist nicht so überraschend wie das Ergebnis bei Fleisch.Umso besser funktioniert dafür Milchreis im Slow Cooker.

Hervorragend funktionieren dagegen besonders Suppen, Eintöpfe, diverse Fonds, sowie Schmorgerichte. Daher ist  es sinnvoll, nach einem entsprechenden Rezeptbuch für Slow Cooking zu suchen, damit das Zubereiten der Speisen nicht im Desaster endet.

Nehmt euch zudem ausreichend Zeit. Gerade wenn ihr das Projekt „Slow Cooking“ das erste Mal startet. Kochen mit einem Slow Cooker benötigt schlichtweg eine lange Garzeit. Im Schnitt und je nach Garzeit benötigt die Slow Cooker Methode zwischen 4-8 Stunden.

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